Verteidigung aus Beton

Entlang der westjütländischen Küste findet man noch immer Reste des Atlantikwalls aus dem Zweiten Weltkrieg. Mit Sicherheit sind die noch immer zahlreich vorhandenen Bunker nicht der Grund für einen Urlaub an der dänischen Nordseeküste, dennoch lohnt sich ein Besuch und ein damit verbundener Ausflug in die Vergangenheit.

Die Geschichte des Atlantikwalls

Die vielen Bunker waren Teil der Küstenverteidigung gegen eine mögliche britische Invasion, die sich vom Nordkap bis zu den Pyrenäen ersteckte. Bei Blåvand befand sich die große Tirpitz-Stellung. Zwei riesige Kanonenbunker, die zusammen mit der Flakbatterie in Hanstholm als größte Küstenbatterie Dänemarks geplant war. Die Bunkeranlage sollte im September 1945 in Betrieb genommen werden, aber durch die Kapitulation der deutschen Wehrmacht wurde die Fertigstellung verhindert.

Gemeinsam mit Stellungen auf der Wattenmeerinsel Fanø sollte sie die Einfahrt nach Esbjerg, einem strategischen Knotenpunkt der deutschen Besatzungsmacht, sichern. Nach dem Krieg wurden die Bunker abgesperrt und von der dänischen Armee zu Versuchszwecken genutzt. Der südliche Bunker wurde 1991 ausgegraben und als Museum eingerichtet.

Die Geschichte der Maultierbunker

Die Relikte des Atlantikwalls sind noch immer gegenwärtig. Anlässlich des 50. Jahrestages der Befreiung Dänemarks wurden am Strand von Blåvand, zwischen Skippervej und Lille Strandvej, von dem englischen Künstler Bill Woodrow aus einigen Bunkern Maultierskulpturen erschaffen.

Er montierte große Metall Maultierköpfe und Schwänze auf vier der am Strand liegenden Bunker. Diese Skulpturen werden oftmals mit stilisierten Pferden verwechselt. Der Künstler hat aber bewusst Maultiere dargestellt. 

Die Blickrichtung aufs offene Meer symbolisiert den Abzug des Unheils, welches der Krieg über die Menschen in Dänemark gebracht hat. Wie passend ist da der Name "Riding into the sea". Besonders bei Hochwasser sind die Skulpturen ein äußerst beliebtes Fotomotiv. Maultiere gelten als besonders leistungsfähig und trittsicher. Allerdings sind sie unfruchtbar und können sich nicht vermehren. Somit stehen sie am Strand von Blåvand als Mahnmal für den Wunsch, dass auch die Bunker sich niemals vermehren mögen!

Unser Reisetipp

Vom Leuchtturm Blåvand Fyr kann man bei schönem Wetter und herrlicher Sicht sehr schöne Fotos der Skulpturen machen.