Alte Handelsstadt am Varde Å

18 Kilometer nördlich von Esbjerg liegt die jütländische Kleinstadt Varde. Der Name der Stadt bedeutet so viel wie „eine Wegstrecke aus Kies bei einer Furt oder Bucht“.

Mit dem kleinen Flusshafen am Varde Å war die Stadt einst ein wichtiger Anlaufplatz für Schiffe auf ihrem Weg von Norden nach Süden. Begünstigt durch die optimale Lage dicht am Fluss fanden Handelsleute und Viehtreiber hier gute Bedingungen für ihre geschäftlichen Aktivitäten. 

Über das tatsächliche Alter der Stadt ist, außer der Tatsache, dass die Bedeutung des Namens auf ein hohes Alter schließen lässt, kaum etwas bekannt. Schriftliche Quellen über die eigentliche Entstehung der Stadt verlieren sich im frühen 12. Jahrhundert.

Die Geschichte der Stadt Varde

Während eines Aufstands 1439 setzten aufrührerische Bauern die benachbarte Burg in Brand. Um einer Bestrafung durch die Reichsräte zu entgehen, flüchteten die Bauern in die Stadt und wurden von den solidarischen Einwohnern in deren Häusern versteckt.

Die Söldner der Reichsräte brannten daraufhin die strohgedeckten Häuser der Stadt nieder. Daher ist heute auch von der mittelalterlichen Bausubstanz nichts mehr erhalten. Auf dem Hügel an der Südseite des Flusses erinnert nur noch ein Straßenschild an die Existenz des einstigen königlichen Lehnshofes „Vardehus“.

Das moderne Varde

Heute ist Varde, in der Urlaubsregion Südwestjütland, eine lebendige, gemütliche Stadt mit etwa 13.000 Einwohnern. Die bereits im Mittelalter angelegte Straßenführung der Innenstadt ist noch erhalten. Neu und Alt, große und kleine Häuser treffen in den winkligen Gassen aufeinander. 

Die Kirche von Varde stammt aus dem 13. Jahrhundert. Ein imposanter Bau mit Turm und Satteldach, wie es typisch ist für Kirchen dieser Gegend.

Da die Vardenser in der Vergangenheit so achtlosen mit offenem Feuer umgegangen sind, können Besucher der Stadt heute nur im Varde Minibyen durch die Straßen der alten Stadt Varde spazieren.

Im Arnbjerg Park ist die detailgetreu nachgebaute Miniaturstadt Varde anno 1860 im Maßstab 1:10 zu bestaunen. Jedes der 300 Gebäude ist ein genauer Nachbau des Originals.

Unser Reisetipp

Kinder unter 6 Jahren zahlen für die Miniaturstadt keinen Eintritt.