Vogelkoje

Zu allen Zeiten hat es ein reiches Vogelleben auf Fanø gegeben. Die Wattgebiete auf der Ostseite Fanøs zwischen Halen und Sønderho werden im Frühjahr und im Herbst von großen Vogelscharen aufgesucht. Hier trifft man unter anderem zahlreiche Wildenten und Ringelgänse an, die auf Futtersuche sind.

Die Geschichte des Vogelfangs

Um einst das Überleben der Inselbewohner zu sichern, wurden zum Fangen der Wattvögel sogenannten Vogelkojen angelegt. Der Name Vogelkoje stammt aus dem holländischen und bedeutet „Kooi“ – Falle. Auf Fanø begann man Mitte des 18. Jahrhunderts mit dieser Art des Vogelfangs, denn das Geschäft mit den Enten war eine wichtige Einnahmequelle.

Was ist eine Vogelkoje?

Als Vogelkoje bezeichnet man von Baumpflanzungen umgebene Teiche. Durch regelmäßiges füttern konnte der dort arbeitende Fangmeister Wildenten zähmen. Bei Ebbe flogen die zahmen Enten von der Koje zur Nahrungsaufnahme hinaus ins Watt. Sobald die Flut einsetzte und das Wasser stieg, kehrten die gezähmten Enten in die Vogelkoje zurück und mit ihnen auch andere Wildenten. Mit Hilfe der Lockenten wurden die Wildenten in künstlich angelegte und mit Stahlnetzen überspannte Kanäle, die sogenannten Fangarme, gelockt. Die Kanäle enden in einer Reuse, wo die Vögel dann gefangen wurden.

Heutige Nutzung

Bis zum Beginn der 1930er Jahre, als dann das Fangen von Vögeln mittels einer Vogelkoje per Gesetz verboten wurde, wurden auf diese Weise 5000 - 6000 Wildenten gefangen. Im Anschluss wurden die Vogelkojen als Museum oder als Vogelmarkierungsstationen genutzt.

Die „Sønderho alte Vogelkoje“ aber bekam eine besondere Aufgabe. In den Jahren von 1960 bis 1990 wurde die Koje vom Nationalen Umweltforschungsinstitut in Kalø gemietet, um hier wieder Enten zu fangen. Die Enten wurden durch einen Ring markiert und wieder freigelassen. Dadurch konnten wertvolle Informationen über das Verhalten der Vögel, deren Alter und die Flugwege gewonnen werden.

Hätten Sie`s gewusst? Bereits im Jahre 1899 begann der Däne Hans Christian Cornelius Mortensen während seiner Herbstferien auf Fanø erstmals 100 Enten Aluminiumringe mit fortlaufender Nummer anzulegen. Durch die Rückmeldung erhielt man schon früh wichtige Informationen über die wunderbare Welt der Zugvögel.

Unser Reisetipp

Besuchen Sie die Vogelkoje im Naturschutzgebiet an der „Albuebugt“ auf Fanø und gewinnen Sie einen Einblick darüber, wie eine Vogelkoje einst funktionierte.