Atlantikwall aus dem Zweiten Weltkrieg

Die dänische Westküste war im Zweiten Weltkrieg ein Abschnitt der 2.800 Kilometer langen Verteidigungslinie vom Nordkap bis zur französisch-spanischen Grenze. Diese Verteidigungslinie der deutschen Wehrmacht ist als „Atlantikwall“ bekannt geworden. Während des Ersten und des Zweiten Weltkrieges fürchtete Deutschland eine feindliche Invasion in Dänemark. Somit war der Besitz gut ausgebauter Häfen für eine mögliche Invasion in Jütland von größter Bedeutung.

Warum gerade Esbjerg?

Der Schutz des Hafens von Esbjerg war von großer Wichtigkeit, denn seine besondere Stellung war in erster Linie wirtschaftlich begründet. Militärisch hatte der Hafen einen gewissen Rang als Stützpunkt für Patrouillen und Minenräumboote, die in der Nordsee operierten.

So wurde der Bereich Esbjerg, mit dem größten Hafen der dänischen Westküste mit Bunkern und Flakbatterien, Minenfeldern und Panzergräben stark ausgebaut. Die Wattenmeerinsel Fanø hat eine Lage, die es ermöglichte, die Reede mit der Zufahrt zum Hafen in Esbjerg zu beherrschen. Während des Zweiten Weltkrieges war Fanø einer der wichtigsten Unterabschnitte bei der Verteidigung der Westküste Jütlands.

Die Bunker von Fanø und Esbjerg

Die Spuren sind am Strand und im Inneren der Insel noch deutlich zu erkennen. Schön sind sie nicht, die „grauen Typenhäuser“, wie die Bunker auf Fanø genannt werden. Man spricht von 300 bis 400 Bunkern, die währen dieser Zeit errichtet wurden.

Wenn man die verbauten Mengen an Beton zusammenzählt, wurden in Esbjerg und auf Fanø ungefähr 210.483 m³ (eine Lastwagenladung macht ca. sieben m³ aus) Beton zu Bunkern verarbeitet, die sich wiederum in Esbjerg auf 700 und auf Fanø auf 400 Einzelanlagen verteilten. Wenn man die gleiche Menge für eine Straße mit einer Breite von zehn Metern (eine deutsche Autobahn ist ca. 8,5 Meter breit) und einer Stärke von zehn Centimeter verwenden würden, so würde eine Straße von 210 km Länge entstehen. Das ist etwa die Strecke von Berlin nach Dresden.

Der gesamte Betonverbrauch in Dänemark nur für die schweren Bunkertypen, wird auf zwei Millionen m³ geschätzt. Das ist fünf bis sechs Mal so viel, wie für den Bau der Hochbrücke über den Großen Belt verbraucht wurde. Das veranschaulicht die enormen Bemühungen der Deutschen, Dänemark vor einer Invasion zu schützen, die niemals stattfand.

Heutige Nutzung der Bunkeranlagen

Ein Teil der Bunker am Strand ist verschwunden und andere im Inselinneren dienten den Einwohneren als Betonfundament für den Hausbau. Einige Bunker werden von den Ferienhausbesitzern zum Aufbewahren von Lebensmitteln, als Weinkeller oder als Bar genutzt. In einem der größeren Bunker finden sogar Kunstausstellungen, Modenschauen oder gar Konzerte statt.

Unser Reisetipp

Das Interesse an den Bunkeranlagen auf Fanø ist groß und viele Urlauber nutzen das Angebot des Vereins „Fanø i Atlantikvolden“, um sich durch die Flakbatterie „Fanø Nord“ führen zu lassen. Besuchen auch Sie den Atlantikwall!